«Afrinova»: Im Gespräch mit Keabetswe Boccomino

«Afrinova» Gründerin Keabetswe Boccomino wohnt im Basler St. Johann Quartier und gibt Künstler*innen aus Aufrika und Diaspora eine Plattform. Im Atelier Mondial zeigte sie die «New Africa» Gruppenausstellung mit Werken Thabiso Phepen, Selloane Moeti, PatrickPlanter, Rediet Sisay, Simphiwe Kaka und Buhle Nkalashe. Was Kea motiviert und was sie sonst so im Leben treibt, erfahren wir in einem Gespräch.
(Scroll down to read it in English)


Liebe Kea, wer bist du und was treibt dich im Leben an? 
Ich bin Keabetswe Boccomino, eine Kreative und Interkulturalistin aus Südafrika, die in Basel lebt. Ich habe eine grosse Leidenschaft für Menschen, Kunst und Kultur. Ich liebe es, kreative Wege zu finden, um Menschen in neue Ideen und Erfahrungen einzubinden, die uns helfen können, uns einander näher zu bringen.

Was ist «Afrinova» und wie kam es zur Idee?
«Afrinova» ist ein kreatives Unternehmen und eine Vision, die versucht, einen ganzheitlichen Ansatz für das Erleben zeitgenössischer afrikanischer Kunst und Kultur zu schaffen. Wir fördern diese Erfahrung, indem wir die erstaunliche Kunst und kreative Kultur des Kontinents präsentieren. Die Mission von «Afrinova» ist es, zu informieren, zu engagieren und zusammenzuarbeiten. Das ist ein Teil der Inspiration, die dahinter steckt. Ich wollte der Welt auf jeden Fall einen neuen und frischen Blick auf Afrika vermitteln. Ich denke, dass es wichtig ist, dass sich die Gesellschaft nicht nur mit unserer Geschichte, sondern auch mit unserer Gegenwart auseinandersetzt, und dies kann hoffentlich die Repräsentation und Zusammenarbeit mit Kreativen des Kontinents fördern.


«Afrinova» – weshalb der Name?
Ich fand es eine grossartige Möglichkeit, die beiden Wörter, die meine Marke verkörpern, zusammenzubringen: «Afrika» und «Nova» (lateinisches Wort für «neu»).

Beschreibe die Kunst, die du ausstellst, in drei Worten.
Aufregend, authentisch und inspirierend.


Was inspiriert dich?
Meine Freund*innen, Familie und Unterstützer*innen. Es sehr schön zu sehen, dass die Arbeit, die ich mache, auch einen grossen Einfluss auf andere hat. Wenn ich also positives Feedback erhalte, manchmal von Menschen und Künstler*innen, die ich noch nie getroffen habe, bin ich ermutigt, weiterzumachen. Es ist nie einfach, etwas von Grund auf neu zu beginnen, besonders in der Kunstbranche, aber ich denke, wir können nachhaltige Wege finden, um mehr Sichtbarkeit und Möglichkeiten für afrikanische Künstler*innen zu schaffen.


Was treibst du sonst so im Leben nebst «Afrinova»?
Ähm, das ist eine schwierige Frage. Seit einem Jahr ist «Afrinova» mein tägliches Leben. Da ich im Moment alleine arbeite, gibt es immer wieder neue Dinge, die ich lerne und ausprobiere. Die Arbeit hört also nie auf. Aber wenn ich mal einen Moment Pause habe, mache ich lange Spaziergänge im Wald oder probiere mit meinem Mann ein neues Rezept aus.

Was bedeutet «New Africa» für dich?
«New Africa» ist ein ganzes Lebensgefühl! Ein einzigartiges Erlebnis, bei dem wir erfahren, wie junge Menschen aus Afrika und der Diaspora die Art und Weise verändern, wie die Welt uns sieht, indem sie ihr kulturelles Erbe annehmen und ihre Kreativität nutzen, um es mit globalen Trends zu verschmelzen, und zwar dann, wenn sie nicht damit beschäftigt sind, diese zu setzen.  Es ist wirklich eine Erneuerung dessen, wie Afrika dargestellt wurde, im Verhältnis zu dem, was es tatsächlich ist. 


Wovon braucht die Schweiz bzw. Basel mehr und wovon weniger?
Ich muss sagen, dass ich diese Stadt total liebe! Ich denke natürlich, dass sie mehr Räume braucht, die nicht nur Kunst und Kultur zelebrieren, sondern auch den Dialog und den Kontext bieten, der die Zusammenarbeit und den Aufbau von Wissen fördert. Ich glaube, dass es einzigartige Möglichkeiten gibt, um Institutionen und öffentliche Plattformen zusammenzubringen und Erfahrungen zu schaffen, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich sind. 

Wo in Basel halten Sie sich gerne auf und warum?
Erstens meine Lieblingsrestaurants: The Kitchen und Boo. Ich liebe es, am Rhein Zeit zu verbringen, zu entspannen und einfach die Schönheit der Stadt samt ihren Menschen zu geniessen.


Wenn «Afrinova» ein Lied oder eine Playlist wäre, welches wäre es?
Das ist eine schwierige Frage. Künstler*innen wie Jidenna, Seinabo Sey und Burna Boy verkörpern die vielfältigen Vibes von «Afrinova», aber die Liste ist endlos.



Was sind für dich Safe Spaces in der Schweiz oder in Basel, die du empfehlen würdest?
Ich habe im Theater Roxy die Produktion «Las Templas» gesehen und es war eine der bewegendsten Erfahrungen. Die Show wurde von Ivy Monteiro inszeniert, und ich konnte den Willen fühlen, einen sicheren Raum für alle* zu schaffen. Ich fände es super, mehr solcher Räume in Basel zu haben.


Wenn es etwas vom Himmel regnen könnte, was wäre das?
Glückskekse, die tatsächlich das Schicksal verraten. Wäre das nicht spannend?

Wie wär’s mal mit...
...Kunst von «Afrinova» kaufen und in das Ökosystem der zeitgenössischen afrikanischen Kunst investieren.



Danke Kea für das inspirierende Gespräch.


(English)

«Afrinova» founder Keabetswe Boccomino lives in Basel's St. Johann neighborhood and gives a platform to artists from Aufrika and Diaspora. At Atelier Mondial she showed the «New Africa» group exhibition with works by Thabiso Phepen, Selloane Moeti, PatrickPlanter, Rediet Sisay, Simphiwe Kaka and Buhle Nkalashe. In a conversation we learn what motivates Kea and what else drives her in life.


Dear Kea, who are you and what moves you in life?
I’m Keabetswe Boccomino, a South African creative and interculturalist living in Basel. I’m passionate about people, art and culture. And being able to creaively find ways of engaging people in new ideas and experiences that can help us to connect more deeply with one another.

What is «Afrinova» and how was the idea born? 
«Afrinova» is a creative company and vision that tries to create a holistic approach to experiencing contemporary African art and culture. We promote this experience by showcasing the amazing art and creative culture from the continent. Afrinova’s mission is to inform, engage and collaborate. Which is a part of the inspiration behind it. I definetly wanted to share with the world a new and fresh lens to Africa. I think that it’s important that societies engage with more than our history but also our present and this can hopefully encourage representation and collaborations with creatives from the continent.


«Afrinova» – why the name?
I thought it was honestly a great way of putting together the two words that embodied my brand: «Africa» and «Nova» (latin word for «new»).

Describe the art you showcase in three words.
Intruiging, authentic and inspirational.

What inspires you?
My community of friends, family and supporters. It’s an amazing thing to continously come to realisations that the work that I do also has a great impact on others. So when I do receive positive feedback, sometimes from people and artists that I have never met, I’m likewise encouraged to continue on. It’s never easy to start something from the ground up, especially in the art industry, but I think we can find sustainable ways of creating more visibilty and opportunity for African artists.

What do you do in life besides «Afrinova»?
Uhm, this is a tough one. But for the past year, «Afrinova» has been my daily life. Because I work alone at the moment, there are always new things that I’m learning and trying out. So, the work never ends. But when I do get a moment to catch a break I take long walks in the forest or try out a new recipe with my husband.


What does «New Africa» mean to you? 
«New Africa» is a whole vibe! A unique experience where we get to how young people of Africa and the diaspora are changing the way the world sees us by embracing their cultural heritage and using their creativity to merge it with global trends, and that’s if they are not busy setting them.  It is really a renewal of how Africa has been portrayed, in relation to what it actually is.

What does Switzerland or Basel need more of and what does it need less of?
I have to say that I completely love this city! I of course do think that it needs more spaces that not only celebrate arts and culture, but provide the dialogue and context that encourages collaborations and knowledge-building. I believe that there are unique ways that institutions and public platforms can come together to create experiences that are both entertaining and educational.
 
Where in Basel do you like spending time and why?
Firstly my favourite restaurants: The Kitchen, and Boo. I love spending time anywhere by the river where I can relax and just appreciate the beauty of the city and its people.

If «Afrinova» was a song or a playlist which would it be and why?
This is a tough one. Artists like Jidenna, Seinabo Sey and Burna Boy embody different vibes of «Afrinova», but the list is endless.



What’s the best safe spaces you can imagine? Or ones you would recommend in Switzerland or Basel?
I watched a production at Theater Roxy called «Las Templas» and I think that was one of the most moving experiences that I had through performance. The show was directed by Ivy Monteiro, and I could honestly feel the effort that went into making it a safe space for everyone. I would definetly love to have more spaces like that in Basel.


If you could wish for what it rains from the sky what would it be?
Fortune cookies that actually tell you your fortune. Wouldn’t that be something? 

How about..?
...buying art from «Afrinova» and investing in the contemporary african art ecosystem.


Thank you Kea for the inspiring talk.


_
von Ana Brankovic
am 28.06.2021


Fotos
© Ana Brankovic für Wie wär's mal mit


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