«Fondation Beyeler» Basel: Im Gespräch mit Registrarin Noemi Monetti
Drei Worte, die Noemi Monetti laut ihren Freund*innen gut beschreiben? Zuverlässig, loyal und lustig. Eigenschaften, die man auch in ihrem Berufsalltag gut gebrauchen kann. Noemi arbeitet als Registrarin in der «Fondation Beyeler», ein Beruf, den kaum jemand kennt, der aber im Museumsbetrieb unverzichtbar ist. Im Gespräch erzählt sie uns mehr über ihren Alltag.


Liebe Noemi, bitte beschreibe dich in 3 Worten.
Zuverlässig, loyal und lustig – zumindest würden meine Freund*innen das über mich sagen.

Was ist dein Tätigkeitsbereich in «Fondation Beyeler»?
Ich bin für den eingehenden Leihverkehr von Kunstwerken zuständig und betreue Ausstellungen, die bei uns im Haus stattfinden, wie zum Beispiel die Kusama Ausstellung, die bis Ende Januar zu sehen war. Das reicht von der Vorbereitung der Leihverträge über Versicherungen, Transportlogistik bis hin zur Aufbauplanung. Dabei arbeite ich eng mit Kurator*innen, Restaurator*innen und Art Handlern zusammen.


Beschreibe die idealen Fähigkeiten für deine Tätigkeit in 3 Worten.
Organisation, Präzision und Gelassenheit.

Welche Ausbildung braucht man, wenn man deinen Job machen will?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es in der Schweiz nicht. Ich habe Soziologie und Kulturanthropologie studiert, viele meiner Kolleg*innen Kunstgeschichte. Grundsätzlich kommen auch andere Studienrichtungen in Frage. Wichtig ist vor allem ein Interesse an Kunst und daran, was hinter den Kulissen eines Museums abläuft.


Was machst du ausserhalb deiner Arbeit?
In meiner Freizeit bewege ich mich viel, mache Sport und arbeite gern kreativ. Stricken, Nähen oder Häkeln sind für mich der perfekte Ausgleich zum Bildschirmalltag.

Wo in Basel verbringst du am liebsten deine Freizeit?
Sehr gern im Restaurant «1777» in der Basler Innenstadt. Der Innenhof ist wunderschön, egal ob Sommer oder Winter. Ich gehe da gerne mit Freundinnen hin und darum verbinde ich auch sehr viele gute, gesellige Momente mit diesem Ort.


Wenn du in einem Kunstwerk aus der Sammlung der Fondation Beyeler leben könntest, welches wäre dein Zuhause und warum?
«Buenos Aires» (2010) von Wolfgang Tillmans. Ich habe selbst dort gelebt und fühle mich der Stadt sehr verbunden. Wenn ich mir auch ein Werk aus den Dauerleihgaben wählen könnte, dann wäre es eine Berg- oder Seelandschaft von Ferdinand Hodler.

Welchen Mehrwert bringen Besuchende im Museum deiner Meinung nach? Warum braucht es diese?
Ohne Besuchende wäre ein Museum nur ein Depot. Unsere Arbeit zielt darauf ab, Kunst öffentlich zugänglich zu machen. Erst durch das Publikum bekommt sie ihren eigentlichen Sinn.


Mit welchen Abteilungen arbeitest du am meisten zusammen?
Am engsten arbeiten wir mit den Kurator*innen und Restaurator*innen zusammen. Beide bringen unterschiedliches Fachwissen ein, das für den Umgang mit den Werken unverzichtbar ist.

Wenn du ein Werkzeug wärst, welches wärst du und warum?
Sekundenkleber. Schnell, effizient und hilfreich, wenn etwas repariert werden muss.


Was ist dein absoluter Lieblingssnack, wenn der Tag mal wieder richtig anstrengend ist?
Wir haben tatsächlich sehr viele Snacks bei uns im Büro. Ich versuche mich da immer zurückzuhalten, aber auch ich kann manchmal nicht widerstehen. Sprudelwasser ist mir jedoch viel wichtiger. Ein Tag ohne dies, das wäre schlimmer als ein Tag ohne Snacks.

Wovon braucht Basel mehr, wovon weniger?
Weniger fällt mir so auf die Schnelle irgendwie nichts ein. Aber ich fände es toll, wenn wir mehr Schuhläden hätten. Es gibt kaum Schuhläden in Basel.


Bei deiner Arbeit reist du mit Werken um die Welt, was ist die aufregendste Geschichte zu einem Werk, welches du begleitet hast.
Wenn Sammlungswerke ausgeliehen werden, reisen wir oft mit. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Begleitung eines Gemäldes nach São Paulo-vom Transport auf dem LKW über den Frachtflug bis zur Ankunft vor Ort. Im Frachtflugzeug war ich gemeinsam mit den Piloten und der Ladung unterwegs. Das war eine sehr aussergewöhnliche und spannende Erfahrung.

Gibt es in deinem Job überraschende oder unerwartete Aspekte?
Eigentlich ist unsere Aufgabe, Überraschungen zu vermeiden. Umso schöner ist der Moment, wenn wir ein Werk auspacken und es ganz anders wirkt als auf den kleinen Abbildungen in der Tabelle – eine positive Überraschung.


Ist bei eurer Arbeit ständig präsent, wie kostbar die Werke sind?
Die Versicherungssummen sind uns bewusst, doch wichtiger als jeder Betrag ist für mich der ideelle Wert der Werke und die Bedeutung der Künstler*innen. Entsprechend behandeln wir jedes Werk mit der gleichen Sorgfalt.

Wie wär’s mal mit...
...365 Tagen schönem, warmem Wetter?


Vielen Dank an Noemi für die Einblicke in ihren Alltag. Am Ende unseres Gesprächs erzählte Noemi, dass sie sich sehr über die Interviewanfrage gefreut hat. Sie hofft, dass solche Einblicke deutlicher machen, womit sich Registrare beschäftigen, und dass ihre Arbeit dadurch stärker wahrgenommen wird.


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von Sophiya Shumeiko
am 02.03.2026


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© Levin Schneider, Sophiya Shumeiko für Wie wär's mal mit

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