«Hurry Curry» Bern: Im Gespräch mit Mirxan Ok
Ein Stück Bern, das nach Fernweh schmeckt und trotzdem ganz lokal bleibt. An der Monbijoustrasse in Bern, kurz vor Mittag, reihen sich Menschen bei «Hurry Curry» gern in die Schlange ein. Hier gilt: «Dr Ender isch dr Gschwinder», denn oft ist schon um halb eins alles ausverkauft. «Hurry Curry» ist ein familiärer Betrieb, der dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert und dich mit dem besten Curry der Stadt verzaubert. Wir haben mit Inhaber Mirxan Ok über das Leben zwischen Kochtopf und See gesprochen.
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Hallo Mirxan, wer ist das Team hinter «Hurry Curry» und wie würdet ihr euren Weg in die Gastronomie beschreiben?
«Hurry Curry» haben mein Vater Hanifi und ich gemeinsam gegründet. Mein Vater ist die gute Seele des Geschäfts, er steht von Montag bis Freitag an der Kasse, philosophiert mit allen über die Welt und kennt wirklich jede und jeden. Ich selbst leite die Firma, bin für alles verantwortlich und stehe täglich in der Küche. An Wochenenden machen wir manchmal Caterings. Auch Mutter Feryal Ok bringt seit eineinhalb Jahren ihre Energie in den Familienbetrieb ein. Sie produziert montags die hausgemachten Currypasten. Dazu kommt Carmen Palacios, die seit drei Jahren im Verkauf steht. Sie ist unsere Powerfrau, mittlerweile wie eine Schwester für uns. Im Hintergrund sorgt Xezal Ok, Mirxans Schwester, für die administrative Ordnung. Ein echtes Familienunternehmen eben.
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Was fasziniert euch am meisten an Currygerichten und lokalen Zutaten?
An Currys gefällt uns besonders, dass man grenzenlos kreativ sein kann, in der Auswahl und Kombination der Zutaten genauso wie in der Zubereitung. Wir setzen auf lokale Produkte, weil sie Vertrauen schaffen. Man weiss, woher alles kommt und mit welchen Qualitätsstandards gearbeitet wird. Wir kochen nicht authentisch indisch, sondern sind eher eine Fusion Kitchen, wir lassen unserer Fantasie freien Lauf.
«Hurry Curry» hat einen eigenen Kopf, wie zeigt sich das in eurer täglichen Küche?
In der Küche herrscht oft Chaos, aber gutes Chaos. Wir haben klare Abläufe, und doch ist alles zeitlich eng getaktet. Ich kann gut mit Stress umgehen; in drei Stunden bereite ich den ganzen Mittagsbedarf frisch zu. Frühmorgens um sieben starten wir, und bis halb elf ist alles gekocht.
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Welche Erinnerungen aus deiner Kindheit oder Vergangenheit mit Curry oder Kochen hast du besonders im Kopf?
In der klassischen kurdischen Küche gibt es zwar kein Curry, wie man es aus der Gastronomie kennt, aber viele ähnliche Gerichte, etwa Tirsik. Wir hatten als Familie kulinarischen Luxus. Es wurde immer vielfältig und aufwendig gekocht. Unsere Mutter Feryal hat uns früh ins Kochen einbezogen, und so war Essen immer etwas Gemeinsames.
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Gibt es eine Zutat, zu der ihr eine besondere Beziehung habt?
Aubergine! Sie ist in der kurdischen Küche sehr beliebt. Unser Gericht «Eggplant & Protein Bomb» ist aus purer Fantasie entstanden, ohne Inspiration von bestehenden Rezepten und wurde zum Bestseller. Es ist oft schon um 12 Uhr ausverkauft.
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Was hast du persönlich oder fachlich aus früheren Jobs oder Erfahrungen mitgenommen?
Bevor ich «Hurry Curry» gründete, habe ich einige Monate bei Burrito Bandito gearbeitet. Dort habe ich gelernt, wie Gastroabläufe funktionieren. Davor habe ich eine Ausbildung zum Kindererzieher gemacht, das hilft mir heute oft, mit Geduld und Empathie durchs Leben zu gehen.
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Was bedeutet euch euer Standort in der Monbijoustrasse in Bern?
Der Standort in Bern bedeutet uns unglaublich viel. Mein Vater Hanifi ist seit über zwanzig Jahren hier. Vor drei Jahren hat er mir den Standort übergeben. Er hatte hier vorher eine Brocante und die gibt’s immer noch, direkt nebenan.
Wie sieht ein ganz normaler Tag in der «Hurry Curry» Küche aus?
Wir starten um 7 Uhr früh. Dann wird bis 10.30 Uhr alles frisch gekocht: die Currys, der Reis, die Saucen. Ab 11.30 Uhr öffnen wir, danach geht’s Schlag auf Schlag. Um 12.30 Uhr ist meistens alles weg.
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Was wünscht ihr euch für die Zukunft der authentischen Curry-Kultur in der Schweiz?
Ich hoffe, dass wir als Gemeinschaft hochwertige, lokale und nachhaltige Gerichte zu fairen Preisen anbieten können. Und dass sich einige, die heute noch auf niedrige Qualität setzen, vielleicht ein Stück von uns abschneiden und ihre Standards anheben.
Wenn ihr nicht kocht, wo in Bern verbringt ihr am liebsten eure Zeit?
Ich bin gern draussen, auf meinem Boot auf dem Murtensee oder Neuenburgersee oder mit meinen Hunden im Wald. Mein Vater liebt es, mit dem Camper auf Reisen zu gehen. Carmen verbringt ihre Zeit an der Aare, meine Mutter mit der Familie und in der Natur, und meine Schwester Xezal ist sportlich unterwegs.
Wie würdet ihr Gäste beschreiben, die zu «Hurry Curry» finden?
Unsere Gäste kommen wegen der Authentizität, sie suchen echtes Essen und echte Menschen. Wir kochen und bedienen selbst; das schafft Verbindung. Viele kennen uns persönlich und wissen genau, was sie bekommen. Und ja, wir essen unser eigenes Curry natürlich auch jeden Tag.
Ergänze den Satz: Liebe Kund*innen, bitte...
...seid offen und freundlich zueinander, wenn ihr bei uns in der Schlange steht. Schenkt denen um euch herum ein Lächeln, ihr bekommt garantiert eins zurück. Diese gute Energie erfüllt den ganzen Laden.
«Hurry Curry» in drei Worten?
Simpel. Gut. Ehrlich.
Wie wär’s mal mit...
...Gemütlichkeit bei «Hurry Curry»?
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Wer einmal bei «Hurry Curry» war, versteht schnell, warum so viele Stammgäste geduldig anstehen. Es ist nicht nur das Essen, das begeistert, sondern die Wärme und Echtheit, mit der hier gekocht und serviert wird. Merci, dass ihr uns willkommen geheissen habt. Übrigens: «Hurry Curry» ist 2026 auf dem Gurtenfestival.
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von Leila Ruru Ogbon
am 06.04.2026
Fotos
© Leila Ruru Ogbon für Wie wär's mal mit
Wer die Bilder weiterverwenden möchte, muss sich die Rechte bei Wie wär’s mal mit einholen.

Hallo Mirxan, wer ist das Team hinter «Hurry Curry» und wie würdet ihr euren Weg in die Gastronomie beschreiben?
«Hurry Curry» haben mein Vater Hanifi und ich gemeinsam gegründet. Mein Vater ist die gute Seele des Geschäfts, er steht von Montag bis Freitag an der Kasse, philosophiert mit allen über die Welt und kennt wirklich jede und jeden. Ich selbst leite die Firma, bin für alles verantwortlich und stehe täglich in der Küche. An Wochenenden machen wir manchmal Caterings. Auch Mutter Feryal Ok bringt seit eineinhalb Jahren ihre Energie in den Familienbetrieb ein. Sie produziert montags die hausgemachten Currypasten. Dazu kommt Carmen Palacios, die seit drei Jahren im Verkauf steht. Sie ist unsere Powerfrau, mittlerweile wie eine Schwester für uns. Im Hintergrund sorgt Xezal Ok, Mirxans Schwester, für die administrative Ordnung. Ein echtes Familienunternehmen eben.
Was fasziniert euch am meisten an Currygerichten und lokalen Zutaten?
An Currys gefällt uns besonders, dass man grenzenlos kreativ sein kann, in der Auswahl und Kombination der Zutaten genauso wie in der Zubereitung. Wir setzen auf lokale Produkte, weil sie Vertrauen schaffen. Man weiss, woher alles kommt und mit welchen Qualitätsstandards gearbeitet wird. Wir kochen nicht authentisch indisch, sondern sind eher eine Fusion Kitchen, wir lassen unserer Fantasie freien Lauf.
«Hurry Curry» hat einen eigenen Kopf, wie zeigt sich das in eurer täglichen Küche?
In der Küche herrscht oft Chaos, aber gutes Chaos. Wir haben klare Abläufe, und doch ist alles zeitlich eng getaktet. Ich kann gut mit Stress umgehen; in drei Stunden bereite ich den ganzen Mittagsbedarf frisch zu. Frühmorgens um sieben starten wir, und bis halb elf ist alles gekocht.

Welche Erinnerungen aus deiner Kindheit oder Vergangenheit mit Curry oder Kochen hast du besonders im Kopf?
In der klassischen kurdischen Küche gibt es zwar kein Curry, wie man es aus der Gastronomie kennt, aber viele ähnliche Gerichte, etwa Tirsik. Wir hatten als Familie kulinarischen Luxus. Es wurde immer vielfältig und aufwendig gekocht. Unsere Mutter Feryal hat uns früh ins Kochen einbezogen, und so war Essen immer etwas Gemeinsames.

Gibt es eine Zutat, zu der ihr eine besondere Beziehung habt?
Aubergine! Sie ist in der kurdischen Küche sehr beliebt. Unser Gericht «Eggplant & Protein Bomb» ist aus purer Fantasie entstanden, ohne Inspiration von bestehenden Rezepten und wurde zum Bestseller. Es ist oft schon um 12 Uhr ausverkauft.

Was hast du persönlich oder fachlich aus früheren Jobs oder Erfahrungen mitgenommen?
Bevor ich «Hurry Curry» gründete, habe ich einige Monate bei Burrito Bandito gearbeitet. Dort habe ich gelernt, wie Gastroabläufe funktionieren. Davor habe ich eine Ausbildung zum Kindererzieher gemacht, das hilft mir heute oft, mit Geduld und Empathie durchs Leben zu gehen.
Was bedeutet euch euer Standort in der Monbijoustrasse in Bern?
Der Standort in Bern bedeutet uns unglaublich viel. Mein Vater Hanifi ist seit über zwanzig Jahren hier. Vor drei Jahren hat er mir den Standort übergeben. Er hatte hier vorher eine Brocante und die gibt’s immer noch, direkt nebenan.
Wie sieht ein ganz normaler Tag in der «Hurry Curry» Küche aus?
Wir starten um 7 Uhr früh. Dann wird bis 10.30 Uhr alles frisch gekocht: die Currys, der Reis, die Saucen. Ab 11.30 Uhr öffnen wir, danach geht’s Schlag auf Schlag. Um 12.30 Uhr ist meistens alles weg.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft der authentischen Curry-Kultur in der Schweiz?
Ich hoffe, dass wir als Gemeinschaft hochwertige, lokale und nachhaltige Gerichte zu fairen Preisen anbieten können. Und dass sich einige, die heute noch auf niedrige Qualität setzen, vielleicht ein Stück von uns abschneiden und ihre Standards anheben.
Wenn ihr nicht kocht, wo in Bern verbringt ihr am liebsten eure Zeit?
Ich bin gern draussen, auf meinem Boot auf dem Murtensee oder Neuenburgersee oder mit meinen Hunden im Wald. Mein Vater liebt es, mit dem Camper auf Reisen zu gehen. Carmen verbringt ihre Zeit an der Aare, meine Mutter mit der Familie und in der Natur, und meine Schwester Xezal ist sportlich unterwegs.
Wie würdet ihr Gäste beschreiben, die zu «Hurry Curry» finden?
Unsere Gäste kommen wegen der Authentizität, sie suchen echtes Essen und echte Menschen. Wir kochen und bedienen selbst; das schafft Verbindung. Viele kennen uns persönlich und wissen genau, was sie bekommen. Und ja, wir essen unser eigenes Curry natürlich auch jeden Tag.
Ergänze den Satz: Liebe Kund*innen, bitte...
...seid offen und freundlich zueinander, wenn ihr bei uns in der Schlange steht. Schenkt denen um euch herum ein Lächeln, ihr bekommt garantiert eins zurück. Diese gute Energie erfüllt den ganzen Laden.
«Hurry Curry» in drei Worten?
Simpel. Gut. Ehrlich.
Wie wär’s mal mit...
...Gemütlichkeit bei «Hurry Curry»?
Wer einmal bei «Hurry Curry» war, versteht schnell, warum so viele Stammgäste geduldig anstehen. Es ist nicht nur das Essen, das begeistert, sondern die Wärme und Echtheit, mit der hier gekocht und serviert wird. Merci, dass ihr uns willkommen geheissen habt. Übrigens: «Hurry Curry» ist 2026 auf dem Gurtenfestival.
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von Leila Ruru Ogbon
am 06.04.2026
Fotos
© Leila Ruru Ogbon für Wie wär's mal mit
Wer die Bilder weiterverwenden möchte, muss sich die Rechte bei Wie wär’s mal mit einholen.