«Naza Kollektiv»: Im Gespräch mit Sabina Čuruković und Lisa Bauer

Was macht die «Gelateria di Berna» im Winter? Ihre Räumlichkeit an der Offenburgerstrasse in Basel ans junge «Naza Kollektiv» vermieten. Sabina Čuruković und Lisa Bauer stecken hinter «Naza», wer oder was das ist, erzählen sie uns im Gespräch.


Liebe Sabina, liebe Lisa, wer seid ihr und was inspiriert euch im Leben?
Sabina: Ich bin 33, Masterstudentin an der HGK in Basel, Produktdesignerin und gelernte Friseurin. Die Kreativität und Einzigartigkeit meiner Familie, meinen Freunden, Bekannten und Fremden, der ich kontinuierlich begegne, inspiriert mich und gibt mir immer wieder Anreize neue Projekte ins Leben zu rufen.


Lisa: Ich bin 29, mache mit Sabina zusammen den Master in Produktdesign und habe für ein Semester die Vertiefung Szenografie und Ausstellungsdesign gewählt. Mich inspirieren viele Dinge um mich herum, ich kann dies aber nicht auf eine Sache beschränken. Es sind oft alltägliche, teils banale und auch unästhetische Dinge. Kleinigkeiten, die auffallen, wenn die Augen wirklich offen sind.


Was ist das «Naza Kollektiv»?
Wir haben «Naza» im März 2021 gegründet. «Naza» ist ein Produktdesignkollektiv mit Fokus auf der Gestaltung von Möbeln und Alltagsobjekten.


«Naza» – weshalb der Name?
Der Name entstand nach einem kurzen, aber intensiven Brainstorming. Wir haben Zusammenhänge zwischen unseren Vornamen gesucht. Aus den zwei letzten Buchstaben von Sabina und Lisa hat sich «Nasa» abgeleitet. Das fanden wir sofort passend, da unser erstes Projekt ein Pflanzentopf ist, welcher in der Anmutung einem Ufo nahekommt. Um uns doch etwas abzugrenzen, haben wir das «S» mit dem «Z» getauscht.

Beschreibt eure Produkte in drei Worten.
Divers, unkonventionell, funktionsunabhängig.


Was ist das Besondere an euren Designs? Wo produziert und entwerft ihr?
Wir versuchen unsere Produkte von herkömmlichen Typologien zu lösen und eine neue, eigenständige Ästhetik zu vermitteln. Unsere Gegenstände haben allesamt eine Funktion, welche aber auch ohne diese als eine skulpturale Anmutung im Raum dienen können. Die entstehenden Objekte betrachten wir nie nur als diese, sondern sehen es samt Raum und Umgebung immer als ein zusammengehörendes Element.



Alle unsere Produkte sind momentan in der ersten Edition von uns selbst hergestellt. Für die Zukunft sind wir momentan auf der Suche nach einem externen Hersteller, um künftig nicht mehr selbst produzieren zu müssen, da wir hier zeitlich stark an unsere Grenzen kommen. Wir arbeiten zurzeit in der «Gelateria di Berna» im Kleinbasel, da diese zurzeit in der Winterpause ist. Auch ist unser Zuhause so eingerichtet, dass wir gleichzeitig arbeiten und leben können. Bei uns verschmilzt die Arbeit mit dem Zuhause. Ein Traum von uns wäre ein Studio mit einer eigenen, kleinen Werkstatt im Kleinbasel.



Welche Zusammenarbeiten fanden bereits statt? Und was plant ihr sonst noch in Zukunft?
Momentan haben wir eine Zusammenarbeit mit dem «Apoc Store» in London, welcher unsere Produkte unterstützt und uns die Möglichkeit gibt, sie zu verkaufen. Wir haben eine Ausstellung mit verschiedenen Künstler*innen und Designer*innen kuratiert, die bis Ende Februar 2022 in der «Gelateria di Berna» in Basel zu sehen ist. Wir freuen uns auf die Zukunft mit «Naza» und sind gespannt, was das neue Jahr für uns bereithält.


Wenn ihr etwas vom Himmel regnen lassen könnten, was wäre das?
Happiness!

Wenn ihr gerade mal nicht in eurem Studio seid: Wo in Basel hängt ihr persönlich am liebsten rum und weshalb?
Lisa: Im Sommer mega gerne am Wasser, vor allem an der Wiese. Dort finde ich immer einen ruhigen Platz, um Energie zu tanken und abzuschalten. Und ich liebe den Amaretto Sour in der «Rouine».


Sabina: Dem kann ich mich voll und ganz anschliessen. Ich liebe den Rhein, vor allem am Hafen. Es ist jedes Mal wie ein kleiner Urlaub für mich. Sonst trinke ich gerne mal einen Kaffee im «Café Frühling».



Beide: Besonders dann, wenn wir 24/7 an einem Projekt arbeiten, gehen wir mehrmals die Woche zu «Boo». Ohne sie hätten wir schon öfter spätabends nichts mehr zu essen bekommen, sie warten sogar nach Ladenschluss auf uns (lacht). Danke «Boo».


Wovon braucht die Schweiz mehr, wovon weniger?
Mehr Toleranz und Offenheit, weniger Vorurteile. Unser Schaufenster in der «Gelateria» wurde mit «Yuppies raus» beschmiert. Würden die Leute, die das gemacht haben, uns kennen, wüssten sie, dass wir alles sind, aber keine Yuppies.



Wenn «Naza» ein Tier wäre, welches wäre es und weshalb?
Oh, hier spaltet sich unsere Meinung (lachen).

Sabina: Ein Hund, sie sind vielseitig und sensibel.

Lisa: Eine Katze, für mich unabhängige und kreative Tiere.

Wie wär’s mal mit...
...einem Ufo für deine Pflanze?


Vielen Dank Sabina und Lisa, wir freuen uns auf weitere abgespacte Designs. Aussteller*innen in der «Gelateria di Berna» in Basel: 
@bnag.cc
@oliverboualam
@steffenstrehl
@einsundviele
@additiveceramics
@studiocharlottehorn
@doctor_manucci
@lesssig
@ertlundzull
@hi_naaaaa
@naza.collective


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von Ana Brankovic
am 07.02.2022

Fotos
© Ana Brankovic für Wie wär's mal mit



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