«hōmu» Japanisch Wohnen in Basel: Im Gespräch mit Inhaberin Michèle Heer 


Der Basler Store «Japanisch Wohnen» nennt sich seit 2023 «hōmu». Was der Name bedeutet, welche Produkte sich hier finden und mehr erzählt uns Inhaberin Michèle Heer im Gespräch.


Hallo Michèle, wer bist du und was ist deine grösste Macke?
Ich heisse Michèle und führe seit 2020 voller Leidenschaft den Laden «hōmu». Meine grösste Macke? Ich verliere mich sehr gerne in Details und übersehe dabei das Wesentliche.

Wo in Basel hältst du dich am liebsten auf?
Im Sommer: Kraftwerksinsel und der Botanische Garten geht auch immer. Ein Lieblingsresti oder Lieblingscafé habe ich nicht wirklich, weil ich gerne immer wieder Neues ausprobiere. Grundsätzlich bin ich auch sehr gerne zuhause, beispielsweise in meinem Nähatelier.



Wovon braucht die Schweiz mehr und wovon weniger?
Mehr: Weniger und weniger: Mehr.

«Japanisch Wohnen» – wie kam es dazu?
Ich hatte das grosse Glück, im 2020 das schöne Geschäft «Japanisch Wohnen» im ersten Stock des Gerbergässleins 12 in Basel übernehmen zu dürfen, wo ich in der Werkstatt hauptsächlich Futons genäht habe. Mit einem Abschluss in Vermittlung von Kunst und Design und japanischen Wurzeln liebäugelte ich schon immer mit dem Gedanken der Selbständigkeit und davon, einen Ort zu schaffen, wo Handwerk, Atmosphäre, Ästhetik, Kultur und die Liebe für Objekte aufeinandertreffen. Ich will Raum bieten für Begegnungen. Nach dem ersten Jahr habe ich mich dazu entschieden, das Konzept vom ursprünglichen  «Japanisch Wohnen» weiterzuentwickeln in Richtung Concept Store, wie man sie aus Tokio kennt. Ich habe das Erdgeschoss dazugemietet und im Herbst 2023 neu auch die Räumlichkeiten daneben, im Gerbergässlein 10. Diese Übernahme bot gleichzeitig auch den Anlass für ein kleines Rebranding, inklusive Namensänderung. So heissen wir nun «hōmu».

«hōmu» – Was bedeutet der Name?
«hōmu» ist die japanische Aussprache des englischen Wortes «home». Der perfekte Name war endlich gefunden – denn auch das japanische Schriftzeichen im Logo, welches unverändert blieb, bedeutet «Haus» oder «Zuhause».


«Japanisch Wohnen» – was macht den japanischen Wohnstil aus?
In einem Satz könnte man wohl sagen: Eine harmonische Kombination aus Schlichtheit, Natürlichkeit und Ordnung machen den Wohnstil aus. Verbindung zur Natur: Um die Nähe zur Natur zum Ausdruck zu bringen, verwenden Japaner hauptsächlich natürliche Materialien. Respekt und Wertschätzung: Die Möbel, Textilien und Deko sollen die grösstmögliche Wertschätzung erhalten und mit Bedacht ausgewählt werden, sodass sie nicht nach einem halben Jahr wieder in der Mülltonne landen. Minimalistische Zurückhaltung: die Einrichtung der Wohnung oder des Hauses soll auf das Nötigste reduziert werden – Ablenkungen sind unerwünscht. Langlebigkeit: ist was kaputt, wird es immer wieder geflickt. Wabi Sabi. Funktionalität & Flexibilität: Mein Lieblingsbeispiel ist der Futon. Vor dem Schlafengehen legt man den Futon auf den Boden und tagsüber kann er aufgerollt verstaut werden und kann die Fläche anderweitig nutzen.


Wie sieht es bei dir zuhause aus und welche Werte in Sachen Wohnen, sich-Zuhause-fühlen und Einrichtungsstil vertrittst du?
Eine Ansammlung von 1001 Dingen, die ich in den Jahren angeschafft, auf der Strasse gefunden oder geerbt habe. Kurz: eine wild zusammengewürfelte Wundertüte. Wundertüte, weil es nicht immer sofort erkennbar ist, um was es sich beispielsweise bei meinen Einrichtungsobjekten handelt - oder ob diese überhaupt einen Zweck erfüllen? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ich Ästhetik und zur Liebe für Objekte auch zuhause sehr auslebe.


Wenn du «Japanisch Wohnen» als etwas essbares bzw. ein Menü beschreiben müsstest, was wäre es und wie würde es schmecken?
Zum Zmittag eine «schletzige», gute Ramensuppe und zum Znacht ein traditionelles, hochwertiges Kaiseki-Menü. Beiden gemein: der Geschmack – umami!
 

Was ist dein absolutes Lieblingsstück, was in deinem Haushalt nicht fehlen darf? Was würdest du unserer Leserschaft wärmstens empfehlen und weshalb?
Ein japanisches Peeling-Duschtuch, welches ein wichtiger Teil der japanischen Badekultur spielt. Ich könnte nicht mehr ohne! Nach dem Duschen dann ein frisches Glas Wasser. aufbereitet mit einem Stück Binchotan-Kohle.


Beschreibe die typischen «Japanisch Wohnen» Besucher*innen in 3 Worten.
Unbeschwert, entspannt und bewusst.

Wie wär’s mal mit...
...einem sparkling Sake? Kampai!



Vielen Dank Michèle für den Einblick in deine Welt.


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von Ana Brankovic
am 02.02.2024

Fotos
© Christina Cattelani für Wie wär's mal mit


Wer die Bilder weiterverwenden möchte, muss sich die Rechte bei Wie wär’s mal mit einholen.

















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