WWMM Rückblick: Im Gespräch Ana Brankovic und Derya Cukadar

Liebe Leserschaft, wir gehen in die Sommerpause und melden uns ab Montag, dem 5. Oktober 2015 in aller Frische wieder. Für unseren letzten Beitrag vor der Pause haben wir den Spiess umgedreht und liessen uns von den bisher interviewten Menschen befragen. Was diese von uns wissen wollten und was sie vom Magazin Wie wär's mal mit halten, erfahrt ihr im Folgenden.

Diiis Designstudio – Susanne Roser und Martina Staub

Wie seht ihr die Zukunft eures Magazins?
Ana & Derya: Unser Onlineformat entspricht dem heutigen Zeitgeist und wird uns bestimmt auch in Zukunft erhalten bleiben – es gibt also nach der Sommerpause weiterhin jeden Montag einen von uns liebevoll aufbereiteten Beitrag.
Wir fühlen uns aber in der realen, fassbaren Welt sehr viel wohler, weshalb wir auch online entschleunigt mit dem publizieren von Beiträgen vorgehen. Mit dem ruhigen, statischen Konzept, lassen wir dem Leser genug Zeit, sich einen Artikel durchzulesen – es geht nicht um Quantität, sondern Qualität. Deshalb veröffentlichen wir immer jeweils nur am Montag und geben so jedem unserer Beiträge den gleichen Wert, ohne jegliche Ablenkung durch beispielsweise Werbebanner. Es wird ein analoges Pendant zu unserem Onlinemagazin geben, mehr wollen wir dazu aber noch nicht verraten. Fest steht: Unsere WWMM Philosophie und Kerngedanken werden natürlich auch hier miteinfliessen.


Bleibt ihr in Basel?
Ana: Basel ist unser Zuhause und mit vielen Erinnerungen, Emotionen und Wohlfühlfaktoren verbunden, dies wollen wir natürlich nicht missen und bleiben unserer Heimatstadt auch in Zukunft treu. Sowohl Derya als auch ich waren ein halbes Jahr in Berlin tätig. Ich hatte eine gute Zeit und konnte Inspirationen sammeln. Für mich war jedoch klar, dass ich zurück in die Schweiz, zurück nach Basel kehren werde - diesen Entscheid habe ich bis heute nicht bereut.
Derya: Basel ist definitiv unsere Heimat, mit vielen Erinnerungen. Wie Ana erwähnt hat, war auch ich eine zeitlang in Berlin. Die Zeit war sehr spannend, inspirierend und auch fordernd - und genau diese Herausforderung braucht es, um schlummernde Charakterzüge zu entdecken, sich zu entfalten und neu zu orientieren. Die einzige Konstante, die wir haben, ist die Veränderung. Genau dies gilt auch für unser Projekt Wie wär’s mal mit, welches wir in Basel gestartet haben und auch hier weiterführen werden.


Verändert sich die Stadt und kommen weitere spannende Projekte dazu?
Ana: Es ist der natürliche Lauf der Dinge: An manchen Ecken schliesst was, woanders entsteht Neues und Bestehendes wandelt sich – das gefällt uns und soll auch so sein. Für eine Kleinstadt hat Basel noch viel Unerforschtes zu bieten und ist eine junge, dynamische Schweizer Stadt, in welcher Leute aktiv werden und für die Kultur einstehen. Die Ideen gehen uns hier also bestimmt nie aus. Auch analoge Projekte werden bestimmt ein Thema sein während unserer Sommerpause.
Derya: Manchmal muss man neue Wege gehen und sich von alten Gewohnheiten trennen, damit Neues entstehen kann. Man sollte stets offen und neugierig bleiben, nur so wächst man und gelangt an inspirierende Quellen, auf die man nie gestoßen wäre, wenn man immer nur den gleichen Weg ginge.



Patschifig Bar – Alain Rusconi

Wie entscheidet ihr, über wen oder was ihr etwas veröffentlicht?
Ana: Alles, was unsere Neugierde und unser Interesse weckt, wird in einem Beitrag zeitlos festgehalten. Wir haben da keine Auswahlkriterien und arbeiten somit vollkommen frei und unabhängig. Natürlich sind wir hier in Basel gut vernetzt und bekommen so auch privat Einblicke in spannende Geschehen, das hilft.
Derya: Wir wollen auch über Menschen in ihrem Alltag berichten, dies muss nicht immer eine riesige Neueröffnung oder ein Sonderprojekt sein, sondern Leute, wie du und ich.


Was hat euch dazu motiviert, über die Patschifig Bar einen Artikel zu verfassen?
Ana & Derya: Der Hafen ist für uns bei schönem Wetter der ideale Zufluchtsort, es ist friedlich, bietet viel Fläche und wird von interessanten Menschen und Projekten belebt. Manchmal haben wir Angst, dass unsere liebsten Basler Orte von der Masse überflutet werden, aber dennoch müssen wir darüber berichten, denn es gehört zu Basel und wir sind Stolz darauf, einen so tollen Ort zu haben – vor allem nach der Schliessung des NTs.
Da der Hafen auch zahlreich in unseren Beiträgen genannt wurde, fanden wir es an der Zeit nebst der Landestelle auch einen Bericht über den aktuellen Stand und die Zukunft des Hafenareals zu veröffentlichen – was mit der Patschifig Bar gut möglich und authentisch schien.


Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?
Ana & Derya: Wir hatten zuerst zahlreiche Ideen und Inspirationen, wollten etwas bewegen, selber aktiv werden, erst danach machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Namen. Deutschsprachig sollte er sein, authentisch, zugänglich, natürlich. Bei einem gemeinsamen Brainstorming fiel spontan der offen formulierte Fragesatz Wie wär’s mal mit, welcher uns beide sogleich gepackt hat, weil er auf eine simple, alltägliche Art und Weise kommunikativ ist. Seither heissen wir so und sind immernoch glücklich damit.


AISSO Shop – Jenny Nyfeler

Was sind eure nächsten Ziele und Pläne?
Ana & Derya: In der Sommerpause statten wir diversen Menschen persönlich einen Besuch ab, setzen uns mit neuen Ideen und Projekten auseinander und freuen uns darauf, ab Montag, dem 5. Oktober mit frischem Wind in den Segeln wieder zurück zu sein.

Wie würde sich WWMM anhören, wenn es ein Song wäre?
Ana: Lorde - 400 Lux. Hauptsache vorstädtisch, bescheiden und zufrieden.

Derya:



V9 – Dan Künzler und Roman Menge

Wer macht eigentlich die Fotos?
Ana & Derya: Angefangen haben wir beide. Wir gingen gemeinsam los, haben geschrieben, fotografiert und uns mit den Leuten zusammengesetzt – alles zu zweit. Wir bekamen damals rasch positives Feedback von Menschen, die irgendwie, irgendwo auf unser Magazin gestossen sind und die Artikel toll fanden – einer davon war der Fotograf Oliver Hochstrasser. Auf seine Anfrage hin, ob wir einen Fotografen brauchen könnten, schickten wir in unverbindlich ins Basler Café Frühling, wo er die ersten Bilder für uns geknipst hat – er entsprach unseren visuellen Vorstellungen und ist seither mit an Bord.

Was unterscheidet euch von anderen Schweizer Magazinen?
Ana & Derya: Das Nah-dran-sein an den Leuten und ein ehrliches Interesse an den Hintergrundgeschichten. Wir lassen die Leute für sich sprechen, halten uns aus der Wertung und politischen Stellungnahmen raus und berichten nur über Dinge, hinter denen wir auch persönlich stehen können. Wir sind weder ein tägliches Newsblatt noch ein klassisches Lifestylemagazin, sondern bewegen uns im Alltagskulturellen Bereich – nicht der Profit oder die Lokalität steht an erster Stelle, sondern die Menschen dahinter und ihre Stories.


Verein der Flaneure – Maja Bagat und Anouk Gyssler

Wo in Basel riecht es am besten?
Ana: Abends am Basler Rheinufer, wenn die Sonne allmählich untergeht, das Wasser ruhig plätschert und es manchmal nach heissem Beton oder Fisch riecht. Aber auch den Geruch in Tiefgaragen mag ich sehr.
Derya: In der Delsbergerallee bei Da Graziella, wenn am Morgen der sündhaft süsse Duft von frisch Gebackenem in der Nase hängt.


Wenn ihr 10m2 von der Stadt Basel geschenkt bekommen würdet, wo wären diese und was würdet ihr damit anfangen?
Ana & Derya: Wie wär’s mal mit einem etwas anderen Touristenkiosk? Am liebsten nicht mitten im Getümmel, sondern beispielsweise am Hafen, wo interessierte Leute uns erreichen und über die Schulter schauen könnten. Wir würden unsere Lieblingsorte als individuell abgestimmte Touren anbieten, um so den Menschen Basel näher zu bringen und aus einem anderen Blickwinkel zeigen zu können. Der gegenseitige Austausch mit unseren Mitmenschen in der realen Welt ist uns sehr wichtig.

Was ist eure Lieblingsaktivität nachmittags um 16:13 Uhr?
Ana & Derya: An wärmeren Tagen definitiv mit Freunden an oder in den Rhein. Kaffee und Kuchen sind natürlich immer eine gute Regenoption.


CONTO 4056 – Lukas Celko und Lucien Käslin

Ana, darf ich ein Date mit dir haben?
Ana: Klar, wer als erstes so eine persönliche Frage öffentlich stellt, soll natürlich belohnt werden (Lacht).

Was war der Schlüsselmoment zur gemeinsamen Umsetzung des Projekts Wie wär's mal mit?
Ana & Derya: Wir sind seit ein paar Jahren gut befreundet und haben einmal mehr gemeinsam Abendbrot gegessen, diesmal im Basler Feldberg Restaurant. Es überkam uns dabei beide der Tatendrang, aktiv etwas zur Basler Kultur beitragen zu wollen, womit der erste Grundstein für WWMM gelegt wurde. Genaueres zu unserer Entstehungsgeschichte findet man hier.

Beschreibt die Quintessenz der bisher besuchten Läden in 4 Wörtern:
Ana & Derya: Spannend, unkompliziert, authentisch, einzigartig.


Roger Greiner – Basler Kulturförderer

Ihr kommt mit vielen inspirierenden Ideen in Verbindung und berichtet darüber. Wann gibt es die erste WWMM Party, an welcher wir alle bisherigen Artikel vereinen?
Ana & Derya: Man munkelt, dass wir unser 1 jähriges Jubiläum im Oktober 2015 haben… Ihr werdet auf jeden Fall frühzeitig Bescheid bekommen, wenn es soweit ist.

Ana & Derya: Und was haltet ihr von unserem noch jungen Magazin Wie wär's mal mit?

CONTO 4056 über WWMM:
"Wir verbinden mit dem Magazin journalistisch unverblümte Neugierde, Interesse für die Interessen anderer, die Projektion der eigenen Leidenschaft durch Medien anderer als Fusion einer grösseren städtekulturellen Ideologie - grossartig!"

Patschifig Bar über WWMM:
"WWMM hat mich überzeugt, dass es heute noch Medien gibt, die es sich lohnt zu lesen. Informieren auf neutraler Ebene ist für mich das Einzige, was ich noch gerne lese und in was ich schlussendlich Vertrauen habe. Der direkte Kontakt vor Ort und das Vorgehen von Beginn bis zur Herausgabe des Artikels ist sehr flexibel und angenehm – genau so muss es sein! Nichts Aufgespieltes und wahre Aussagen, die keine politische Einstellung einnehmen, das gefällt."

V9 über WWMM:
"Liebevoll geschriebene, spannende Inhalte, die visuell ansprechend untermalt werden. Bei unserem Beitrag hat Ana unsere Aussagen wunderschön ergänzt und ausformuliert, wir haben uns riesig über den Beitrag gefreut."

Diiis Designstudio über WWMM:
"Frische Inhalte, schöne Bilder, insgesamt ausgewogen – WWMM hat sich schnell herumgesprochen. Man liest eure Artikel gerne. Sehr persönlich, das merkt man gleich beim Lesen – weiter so! Wir wünschen uns eine Zusammenarbeit und können uns gut vorstellen, dass Wie wär’s mal mit zukünftig auch Events organisiert und somit Basel näher zusammen bringt."

Roger Greiner über WWMM:
"Ihr bringt ein wunderschöne Seite von Basel ans Tageslicht, welche der eine oder andere von uns oft nur in anderen Städten zu finden glaubt. Es macht Spass euch zu lesen. Mein Montag ist seit ein paar Monaten mit Freude verbunden."



Wir bedanken uns herzlichst für die tolle Zusammenarbeit, das positive Feedback und für die zahlreichen inspirierenden und motivierenden Inputs – uns freut es sehr, dass das, was wir machen, auch anderen gefällt. Man sieht und hört sich im August wieder.


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von Ana Brankovic und Derya Cukadar
am 29.06.2015

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